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Babelsberg mit Geduld ins Viertelfinale
Cem Efe verzichtete beim Pokalspiel in Brieslang gegen den Gastgeber SV Grün-Weiß zunächst auf die etatmäßigen Stammkräfte Gladrow, Cepni, Sindik und Steinborn. Dafür begannen Otremba, Saalbach, Fiegen und Uslucan. Auf dem engen Kunstrasenplatz hatte Nulldrei bereits nach wenigen Minuten die erste gute Einschuss-Gelegenheit durch Uzun, der jedoch verzog. Danach gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Die gut organisierten Gastgeber beschränkten sich keinesfalls aufs Verteidigen, sondern zeigten wiederholt gute Offensivaktionen. Die Mehrzahl der klaren Gelegenheiten hatte aber der SVB, der sich jedoch im Auslassen übte.
Nach dem Wechsel zog sich Brieslang überwiegend in die eigene Hälfte zurück und überlies dem SVB das Feld. Durch die verdichtete Defensive der Gastgeber wurde es nun noch schwerer, einen Weg durch die vielbeinige Verteidigung zu finden. Probierten es die Nulldreier aus der Distanz, war der grün-weiße Keeper mit mehreren starken Paraden zur Stelle. Bei einem der wenigen, nadelstichartigen Konter hatte Nulldrei Glück, der Abschluss landete an der Latte. Davon unabhängig zeigte Otremba im SVB-Tor eine konzentrierte Leistung.
Cem Efe wechselte mit Steinborn, Grundler und Cepni frische Kräfte ein. Schließlich markierte Seve Mihm aus gut 20 Metern mit platziertem Schuss den entscheidenden Treffer und belohnte sich und das ganze Team damit für eine engagierte und konzentrierte Leistung.
Der SV Grün-Weiß präsentierte sich als guter Gastgeber. Atmosphäre und Service stimmten. Amüsement löste die Halbzeit-Musik aus. "Es kann nicht jedes Arschloch ein Brieslanger sein." ist vielleicht nicht sehr kreativ, zeugt aber zumindest im Ansatz von Selbstironie. Diese ging den Unparteiiischen völlig ab. Andy Stolz und sein Gespann konnten mangels klarer Linie und eindeutiger Entscheidungsmaßstäbe nicht überzeugen.
Nach dem versöhnlichen Saisonabschluss mit Platz 5 in der Regionalliga-Spielzeit 2016/17 muss der SVB einen großen Umbruch bewältigen. Neu ist nicht nur, dass Almedin Civa nun auch die Verantwortung als Trainer übernommen hat. Auch zahlreiche Abgänge von Stammspielern, die die letzten Jahre prägten, sind zu verkraften. Das neue, sehr junge Team wird Zeit brauchen, sich zu finden. Die ersten Tests gegen Eintracht Glindow und Altona 93 zeigen, dass noch eine Menge Arbeit bevorsteht.
Das Rückspiel gegen Energie Cottbus zeigte wieder einmal, welchen Unterhaltungswert Fußball im Karli haben kann. In einer spannenden Partie hatte der SVB schließlich das bessere Ende auf dem Platz für sich. Andis Shala und Apo Beyazit in der Nachspielzeit besorgten die Treffer zum 2:1 Heim-Erfolg für Nulldrei. Der Equipe gelang der Einstieg in einen versöhnlichen Saisonabschluss mit vier Dreiern in Folge. Hätten die Blau-Weißen alle Spiele so ernst genommen wie die Begegnung mit den Lausitzern, wäre in der Meisterschaft mehr möglich gewesen.
Vier Jahre lang betreute Cem Efe die erste Mannschaft des SVB als verantwortlicher Trainer in der Regionalliga. Nun hat Cem Efe festgestellt: „Ich habe andere Ziele.“ Das ist in gewisser Weise ebenso erfreulich wie erstaunlich. Im Frühjahr 2015 verlängerte der gebürtige Berliner unter deutlich schwierigeren Vorzeichen seinen Vertrag am Babelsberger Park und erklärte: „Nach Babelsberg gibt es nicht viel, was reizvoll für mich ist.“
Kürzlich teilten die Stadtwerke Potsdam GmbH (SWP) auf Anfrage von Potsdamer Medien mit, dass Sponsoring-Leistungen der SWP Tochter Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) an die drei größeren Leistungssportvereine SC Potsdam, Turbine Potsdam und Babelsberg 03 neu verteilt werden. Insgesamt werden durch den Stadtkonzern und seine Energieversorger-Tochter – ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Energieversorger E.DIS - jährlich rund 750.000 Euro für Werbemaßnahmen im Sport und in der Kultur ausgegeben. Außerdem würden vermehrt Anfragen auf Förderung aus den Bereichen Soziales und Umwelt gestellt, denen man zukünftig gerecht werden wolle.
Die Babelsberger Traditionssportstätte Sandscholle – Heimstätte der Babelsberger Nachwuchsabteilung - soll zugunsten eines neuen Grundschulstandortes geschliffen werden. Die Fehleinschätzungen der Stadtpolitik zur Bevölkerungsentwicklung und die verfehlte Strategie, Haushaltsdefizite vergangener Jahre durch Verkauf kommunaler Immobilien zu decken, werden nun zum teuren Bumerang. Leidtragende sind Vereins- und Freizeitsportler in Babelsberg. Jammern hilft jedoch nicht – es gilt das Beste aus der Situation zu machen.