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Zu Gast am Vogelgesang: 1:0 für Babelsberg
Im Vorfeld der Pokalpartie gab man sich im Westhavelland demonstrativ gelassen. Als ungeschlagener Spitzenreiter der Oberliga muss man schließlich vor niemandem Angst haben, schon gar nicht vor den Regionalliga-Remis-Königen aus Babelsberg. „Nö, nichts besonderes, alles wie immer.“ gab Kahlischs Ingo vor dem Spiel zu Protokoll. Der in Potsdam geborene, ehemalige DDR-Liga-Fußballer war in den 1980er Jahren auch für Motor Babelsberg aktiv. Noch vor der politischen Wende 1989 heuerte er bei den Optischen Werken Rathenow an, zunächst als Technischer Leiter der Fußball-Abteilung und später als hauptamtlicher Trainer der Bezirksliga-Mannschaft an, die damals noch BSG Motor Rathenow hieß.
Für die SVB-Kicker stellte die Herausforderung auf dem Vogelgesang eine durchaus ernstzunehmende Hürde dar, denn das Selbstvertrauen war nach den vielen Unentschieden in der Regionalliga zuletzt wahrnehmbar beeinträchtigt. Umso erfreulicher war dann der Auftritt auf der ehemaligen Pferderennbahn am Wolzensee. Von Beginn an trat die SVB-Elf überaus konzentriert auf. Wenn auch Kapitän Philipp Saalbach bereits nach gut zehn Minuten verletzungsbedingt vom Platz musste, dem disziplinierten Spiel der Nulldreier tat dies keinen Abbruch.
Das tiefe Geläuf auf dem mit EU-Fördermitteln herausgeputzten, aber nur bedingt Atmosphäre fördernden Sportplatz, machte es beiden Mannschaften schwer, gepflegt nach vorn zu spielen. Hinzu kamen einige fragwürdige Entscheidungen des Schiris Henry Müller aus Cottbus, der seine begrenzte Kompetenz in Rathenow schon mehrfach unter Beweis stellte. Leider muss immer wieder der SVB darunter leiden. Torchancen waren weitegehend Mangelware, der Unterhaltungswert aber durch läuferischen und kämpferischen Einsatz dennoch hoch.
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gäste noch mehr die Spielkontrolle. Insbesondere Sven Reimann steigerte sich im Mittelfeld und führte die Mannschaft offensiv wie defensiv. Nicht von ungefähr bereitete er das Tor des Tages vor, als er eine Flanke von halbrechts auf Shalas Kopf zirkelte. Der SVB-Goalgetter verpasste knapp, doch den durchgerutschten Ball verwertete Manuel Hoffmann eiskalt.
Rathenow hatte die angekündigte Gelassenheit auf dem Platz kaum ablegen können. Es war eine Mischung aus mangelnden Fähigkeiten und fehlendem Biss, die die Optiker daran hinderte, dem SVB ernsthaft weh zu tun. Als Kahlisch kurz vor Schluss den auffälligen, 19jährigen Linksaußen Nii Bruce Weber vom Platz nahm, kamen offensiv kaum noch Überraschungsmomente auf die mit Erdal Akdari stabilisierte Innenverteidigung zu. Akdari und Eglseder ließen den normalerweise abschlussstarken Murat Turhan im Sturmzentrum bis auf eine Aktion nicht zum Zuge kommen.
So blieb es beim letztlich mehr als verdienten Pokalerfolg für die SVB-Equipe, der anschließend auf den Rängen von rund 200 Nulldreiern ausgiebig gefeiert wurde. Erstaunlicherweise sind diejenigen, die die Mannschaft nach einem Unentschieden gegen Meuselwitz großmäulig kritisieren, die ersten und größten Gratulanten, wenn es gegen Rathenow den Sieg zu feiern gilt.
Wermutstropfen war das unbeherrschte Nachtreten von Andis Shala, dass ihm die rote Karte einbrachte. Der kopfballstarke Angreifer wird damit im Pokal-Wettbewerb nicht mehr zur Verfügung stehen. Sah es im Stadion nach einer übertriebenen Entscheidung des Unparteiischen aus, muss man nach Sichtung der bewegten Bilder bei NULLDREI-TV zur Bewertung kommen, dass der Platzverweis hart, aber nicht unberechtigt war.
Die geringwertigen Scharmützel nach Spielende, die sich einige wenige minderqualifizierte Rathenower Anhänger mit dem SVB leisten wollten, waren eigentlich nicht der Rede wert. Amüsant immerhin, dass sich der zahlreich vertretene Schutzmann einmal mehr die Blöße gab, trotz umfangreicher Präsenz zunächst nicht an Ort und Stelle zu sein und anschließend barmend auf Mitleid für die außergewöhnliche Belastung eines Sonnabend-Nachmittag-Einsatzes zu hoffen. Jämmerlich.
Und noch eine nicht zu verschweigende Randnotiz: Der verschollene Ex-Geschäftsführer des SVB, Ralf Hechel, alias Ernst Krause ist wieder aufgetaucht. Gut gelaunt verfolgte Hechel die Pressekonferenz. Nach seinem Abgang beim SVB war er von der Bildfläche verschwunden. Jetzt soll er sich angeblich um Rathenows Finanzen kümmern. Da kann er gleich 1000 Euro Schmerzensgeld verbuchen, die die die unterlegenen Viertelfinalisten aus dem DFB-Fernsehtopf erhalten. Für die Halbfinalisten gibt es immerhin 5.000 Euro.

Ingo Kahlisch wird die Niederlage freilich verschmerzen. Und wenn er demnächst wieder im Karli zu Gast ist, wird er sicherlich über das gewonnene Finale 2014 fabulieren, oder die hochdotierten SVB-Kicker, oder seine Feierabend-Fußballer und Studenten... Wir freuen uns drauf!

Nur noch zehn Tage bleiben bis zum Saisonstart in der Regionalliga. Während in der Vorsaison nach dem Drittliga-Abstieg bis kurz vor Schluss am Kader gebastelt wurde, schienen die Voraussetzungen in dieser Sommerpause besser. Zehn Akteure hatten einen Vertrag über das Saisonende 2014 hinaus. Hinzu kamen weitere Akteure wie Jule Prochnow und Lovro Sindik, die ihre Arbeitspapiere mit dem SVB verlängerten, und einige Neuzugänge.
Die Vorbereitung auf die zweite Saison in der Regionalliga Nordost setzte die SVB-Elf mit einem 2:0 Erfolg gegen die U19 von Myanmar im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion fort. Auffällig waren dabei Gastspieler Bilal Cubukcu und der spektakuläre Treffer von Abwehr-Recke Christian Schönwälder.
Nur wenige Kiebitze wollten am Sonnabend den zweiten Test des SVB sehen. In Schöneiche waren offensichtlich alle bereits im Final-Wahn.
Am Sonntag begann der SVB die Vorbereitungsserie mit einem Test in Berlin. Beim FSV Hansa 07 in Kreuzberg fielen Tore erst nach der Pause. Letztlich endete die Partie standesgemäß mit 7:0 für Babelsberg.
Am Samstag den 7. Juni feiert der Rote Stern Leipzig auf dem Sportplatz Dölitz sein 15 Jähriges Vereinsjubiläum. Mit dabei ist eine Babelsberg 03 - Auswahl, die um 15.30 Uhr ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft des Roten Sterns bestreitet. Ab 18.00 spielen auf zwei Bühnen Los Fastidios aus Italien, The Movement aus Dänemark, Fahnenflucht aus Rheinberg und S.U.F.F. aus Leipzig. Die Geburtstagsparty beginnt um 11. Uhr mit einem Turnier aus Mixteams aller Roter Stern-Teams von jung bis alt. Für das leibliche Wohl ist mit einer reichhaltigen Auswahl an Speis und Trank gesorgt.