Archiv
Vor-Frühling in Babelsberg
Zum dritten Februar-Wochenende ist Frühling in Babelsberg angesagt. Nachdem der Auftakt ins neue Spieljahr gegen den BAK im Karli wegen gefrorenem Geläuf noch abgesagt werden musste, steht bei 12 Grad und Sonnenschein der Auswärtsbegegnung in Bautzen mutmaßlich nichts im Wege. Ok, einsetzende Schneeschmelze im Lausitzer Bergland könnte die Spree zum reißenden Hochwasser treiben und die Sportanlage Müllerwiese überfluten. Doch wir wollen nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen.
Die Vorbereitung im Januar / Februar 2019 mit namhaften Ergebnissen gegen teils ambitionierte Oberligisten dürfte für die Babelsberger Mannschaft kaum noch eine Rolle spielen. Zu unterschiedlich sind die Bedingungen auf Kunstrasen im Testspiel und dem echten Meisterschaftsgefühl auf Naturrasen. Da hat auch der kurzfristig angesetzte und verlorene Vergleich mit dem Tabellen-Primus Chemnitz wenig Aussagekraft.
Nun gilt es aber im Punktewettkampf: Gegen die stark abstiegsbedrohten Budissen wird die Elf von Coach Alme Civa Konzentration, Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und fußballerische Elemente im richtigen Verhältnis auf den Platz bringen müssen, um Bestehen zu können. In der kommenden Woche sollte auch dem Heimauftakt gegen Lok Leipzig nichts entgegenstehen, wenn die Wetterprognosen Bestand haben.
Im Nulldrei-Regionalliga-Kader hat sich über die Pause nicht allzu viel verändert. Den bereits frühzeitig im alten Jahr feststehenden Abgängen Yannick Schulze und Cem Polat stehen mit Bogdan Rangelov und Timothy Mason zwei ebenso junge und wie ambitionierte Kicker gegenüber. Beide Spieler wiesen in den Testspielen ihre gute Ausbildung nach, müssen sich aber jetzt unter Wettkampfbedingungen strecken, wollen sie am etablierten Personal vorbei ins Stammaufgebot rutschen. Da auch Lukas Wilton und Tobi Dombrowa bald wieder zur Verfügung stehen, ist ein intensiver Konkurrenzkampf programmiert. Sollte sich der bisherige Eindruck einer guten Moderation durch Alme Civa fortsetzen, dürfte sich dieser Umstand weiterhin leistungsfördernd auswirken. Auf allen Positionen gibt es im Gegensatz zu vergangenen Spielzeiten starke Alternativen. Auch die taktische Variabilität ist höher einzuschätzen als zu früheren Zeiten. Während jahrelang das stabile 4-2-3-1 bevorzugt wurde, gibt es heute deutlich mehr Optionen mit Dreier-, Vierer- oder Fünferkette sowie deutlich mehr Präsenz im Angriffsdrittel. Obwohl Civa als Aktiver vor allem durch seine Lauf- und Zweikampfstärke in Erinnerung geblieben ist, zeigt sich in seiner Philosophie als Sportlicher Leiter und Trainer die Andreevsche Schule des technisch anspruchsvollen Kurzpass- und schnellen Umkehrspiels.
Vor diesem Erfahrungshintergrund und den dazu im Vergleich weiterhin begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten lässt sich schon heute abschätzen, das Babelsberg 03 mit dem Abgang von Almedin Civa im Sommer 2019 ein großes Potenzial aus Erfahrung, Kenntnis und Engagement kompensieren muss.
Hinzu kommen die Herausforderungen bei der Planung des Regionalliga-Kaders für die kommende Spielzeit. Die Kontrakte der überwiegenden Mehrzahl der Leistungsträger der aktuellen Meisterschaftsrunde laufen im Juni 2019 aus. Ein Arbeitspapier über den Sommer hinaus haben nach hiesigen Informationen lediglich Torjäger Nattermann und Mittelfeldallrounder Danko, Angreifer Sagat sowie die Nachwuchskräfte Dombrowa, Wolf, Montcheu, Steuk und Flügel. Leistungsträger mit Ambitionen wie Abderrahmane, Uzelac, Hoffmann, Wilton oder Koch werden sicherlich wissen wollen, wie es im Sommer nach Civas Abschied weitergeht. Das dürfte auch für die erfahrenen Akteure wie Torwächter Gladrow, Publikumsliebling Okada und Kapitän Saalbach gelten.
Ob die sportlichen Aufgaben bei den Verantwortlichen in ihrer Dimension bereits angekommen ist, vermag der außenstehende Betrachter nicht wirklich einzuschätzen. Ende November 2018 hatten Vorstand und Aufsichtsrat über die strukturellen Herausforderungen bei der Vereinsfinanzierung und bei der zukünftigen personellen Entwicklung der Gremien informiert. Für den 18. Februar 2019 haben der Vorstandsvorsitzende Archibald Horlitz und die Aufsichtsratsvorsitzende Katharina Dahme erneut zu einem Informationsabend eingeladen. Gegenstand sind Änderungen in der Vereinssatzung. Ob und wie die doch eher kosmetisch wirkenden Änderungen an der Satzung angesichts der akuten Herausforderungen in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht eine Wirkung entfalten, bleibt mindestens bis zum Informationsabend am kommenden Montag offen.
„Nach dem Informationsabend ist vor dem Informationsabend“ möchte man in Abwandlung einer Strafzahlung-ins-Phrasenschwein bewehrten fußballerischen Redensart behaupten. Zunächst einmal darf sich der Babelsberger Fußballfreund aber auf eine interessante Frühjahrsrunde mit sicher attraktiven Spielen unserer Equipe freuen. Der Rest wird sich dann schon finden.
Am Freitag, 27. April 2018, feiert der sportliche Leiter und Trainer der Regionalliga-Mannschaft des SVB, Almedin Civa, seinen 46. Geburtstag. Die Abseits-Redaktion wünscht alles Gute, vor allem Gesundheit, Tatkraft, Lebensfreude und natürlich sportlichen Erfolg mit dem SVB!
Nach dem überraschend erfreulichen Echo auf die Kampagne „Nazis raus! aus den Stadien.“ und dem kurzfristigen Theater um ein potentielles Benefizspiel gegen RB Leipzig hat uns endlich König Fußball wieder in seinen Bann geschlagen. Mit sieben Punkten aus drei Rückrunden-Partien und dem Erreichen des Pokalfinales durch den 2:0 Erfolg über Neuruppin hat das Fußballjahr 2018 für Nulldrei gut begonnen. Die bevorstehenden englischen Wochen und das Endspiel im brandenburgischen Pokal-Wettbewerb könnten Basis für eine positive Entwicklung über die aktuelle Saison hinaus sein.
Der bekannte und beliebte Fußball-Lehrer Pele Wollitz, Chef-Coach von Energie Cottbus, glänzt immer wieder mit hinreißenden Verbalinjurien. So widmete er den geschlagenen Fürstenwaldern nach dem FLB-Pokal-Halbfinale folgende Sätze: "Im Pokal geht es nicht darum, ob verdient oder nicht. Ich glaube nicht, dass sich Energie Cottbus für das Ganze hier entschuldigen muss. Ich sage nochmal: Die Art und Weise, wie Fürstenwalde mit der gegnerischen Mannschaft umgeht, hat mit Respekt, Anerkennung und Menschlichkeit nichts zu tun." In einem Vereinspressegespräch am 26.03.2018 gab er ein weiteres, leuchtendes Beispiel seiner rhetorischen Fähikeiten, die wir hiermit auszugsweise dokumentieren.
Verdient setzt sich der SVB im brandenburgischen Pokalhalbfinale am Sonnabend vor Ostern beim MSV Neuruppin durch. Die Treffer gegen den früheren Oberliga-Rivalen markierten Mike Eglseder und Manuel Hoffmann nach der Pause.
Das neue Fußballjahr startete mit einer spannenden Ansetzung im Karli. Es gastierte Ex-Nulldrei-Coach Dietmar Demuth mit den grün-weißen Chemikern aus Leipzig am Babelsberger Park. Obwohl die Begegnung ganz unter dem Eindruck der Auseinandersetzung mit dem NOFV stand, gelang es unserer Equipe, sich auf die sportliche Herausforderung zu konzentrieren.
Gern hätten am vergangenen Wochenende die Babelsberger Fußballfreunde den Weg ins Karli angetreten, um die Partie gegen den Tabellenvierten Lok Leipzig zu verfolgen. Doch die Witterungsbedingungen machten der Elf um Kapitän Philip Saalbach einen Strich durch die Rechnung. Mit 23 Punkten aus 18 Spielen auf Platz 12 liegend, verabschieden sich die Blau-Weißen in die Weihnachtspause. Auch im Landespokal überwintert die Elf vom Babelsberger Park.
Ingo Kahlisch verbindet eine überaus ambivalente Beziehung mit Babelsberg 03. Immerhin presste sich der Thomas Schaaf von Rathenow in der Pressekonferenz nach dem Pokalspiel zwischen Optik und Nulldrei einen Erfolgswunsch für den SVB ab. Dennoch war eine nachvollziehbare Unzufriedenheit, wieder einmal dem hassgeliebten SVB unterlegen zu sein, unverkennbar. Unabhängig davon freut sich der gemeine Nulldrei-Fan über das Erfolgserlebnis und die Randnotizen.