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Wenig Lust zum Reden - Lets talk about Nulldrei Vol.II
Nachdem bei der ersten Veranstaltung des Fanbeirats unter dem Titel "Lets talk about Nulldrei" munter geplaudert wurde, zeigten sich die eingeladenen Spieler Philipp Kreuels und Kapitän Daniel Reiche sowie Trainer Christian Benbennek bei Auflage #2 deutlich dünnhäutiger. Da wurden Widersprüche in der Fragestellung von Moderator Lüscher ebenso bemängelt wie die Schriedsrichterleistungen, die letztlich für die schlechte Platzierung in der FairPlay-Wertung verantworlich gemacht wurden. Die geringe Punktausbeute in der Meisterschaft und die geringe Trefferqoute erzeugte kaum einen Anflug von Selbstkritik. Im Gegenteil: Die Ursachen für die mageren Ergebnisse blieben im Dunkeln und der Ausweg wurde nahezu ausschließlich in Durchhalteparolen gesucht. Die eigentlich erfreuliche Tatsache, dass die ganze Mannschaft anwesend war, wurde mit einer wenig selbstkritischen Haltung konterkariert. So hatte der massive Personaleinsatz eher etwas von Wagenburgmentalität als von Kommunikationsbereitschaft und -interesse. Nach dem offiziellen Ende (handgestopte 51 Minuten) verschwand die Mehrzahl der Spieler so schnell, wie sie aufgetaucht waren.
Danach erst wurde es nett. Die WG-Genossen Evil, Aaron und Atze plauderten aufgeschlossen aus dem Profialltag. Ein netter Abschluss, der offenkundig bei Fans und Spielern in angenehmer Erinnerung bleiben wird.
Es ist nicht nur für Fußballer überaus unbefriedigend, dass eigene Schicksal nicht selbst bestimmen zu können. Nach dem Spiel gegen Magdeburg hat es unsere Elf aber erfreulicherweise weiter in der eigenen Hand, den Abstieg in die Oberliga zu vermeiden. Die Art und Weise des Auftritts gegen den FCM macht allerdings nur wenig Hoffnung.
Entsetzen machte sich am Ostermontag schon vor dem Spiel gegen den VFC Plauen breit. Am Ostersonntag war Co-Trainer Manuel Hartmann überraschend verstorben. Der 58jährige stand beim SVB seit Sommer 2013 an der Seite von Cem Efe.
Erneut war unsere Elf bei Germania Schöneiche im Pokal zu Gast. Bereits den ersten Pokalerfolg sicherte sich die damalige SVB Mannschaft im beschaulichen Schöneiche. 1999 obsiegte unsere von Karsten Heine betreute Equipe mit 5:2 gegen Eisenhüttenstadt. Die Treffer für Babelsberg markierten Bengs, Steiner (2), Block und Kipre. Später kreuzte man mit den Einheimischen die Klingen. Beim Pokalsieg 2009 gegen Schöneiches Germania markierte Patrick Moritz den entscheidenden Treffer.
Man erlebt ja allerlei Verrücktheiten auf den Fußballplätzen dieser Republik. In Erfurt gibt es keine Thüringer Bratwurst, im Münchner Stadion an der Grünwalder Straße entschuldigt sich der Wirt, dass er (leider) nur alkoholfreie Getränke ausschenken darf, wenn Ostmannschaften zu Gast sind. Und in Neustrelitz gibt’s bei der Halbzeit-Lotterie Armaturen für die Sanierung des heimischen Badezimmers. Ein Brausekopf für die erfrischende Dusche oder eine Batterie für die laue Mischung. Da kommt Freude auf.

Mehr oder weniger skurrile Wahrnehmungs- störungen prägten das vergangene Punktspiel zwischen unserer Babelsberger Elf und den Optikern aus Rathenow. Während sich die Zuschauer auf der Gegengerade vor allen Dingen mit den jährlich wiederkehrenden Erdbienen beschäftigten, brannten die Aktiven auf dem Platz wahrlich kein fußballerisches Feuerwerk ab.