Stadion
Wissenswertes übers Karli
Panoramabild Karl-Liebknecht-Stadion1. Das Stadion und seine Geschichte
Das Karl-Liebknecht-Stadion wurde 1974 bis 1976 nach dem Vorbild englischer Fußballstadien am Rande des heute zum UNESCO-Welterbe gehörenden Babelsberger Parks errichtet. An der Stelle des Stadionneubaus befand sich bereits seit Mitte der 1920er Jahre der Sportplatz an der Priesterstraße bzw. nach dem Krieg der Sportplatz an der Karl-Liebknecht-Straße.
Der erste Fußballplatz am heutigen Ort wurde von Concordia Nowawes, einem Arbeitersportverein, vermutlich ab 1924 auf dem Gelände einer ehemaligen Baumschule am Rande des Babelsberger Parks errichtet. Die Einweihung als offizieller städtischer Sportplatz erfolgte am 25. April 1926, unter anderem mit einem Fußballspiel zwischen Nowawes 03 und Minerva Nowawes. Anschließend war der Sportplatz lange Jahre Heimstatt von Concordia Nowawes bzw. Eintracht Babelsberg, später von Rotation bzw. Motor Babelsberg. Heute ist hier der SV Babelsberg 03 zu Hause.
Im folgenden Text wird die 100jährige Geschichte des Sportareals an der früheren Priester- und heutigen Karl-Liebknecht-Straße nachgezeichnet und in die Geschichte des Stadtteils eingeordnet. Das Doppeljubiläum im Jahr 2026 wird mit einem entsprechenden Rahmenprogramm zur Geschichte begleitet. Babelsberger Fußballfreunde verbinden damit die Hoffnung, dass auch künftige Generationen den Wert dieser traditionsreichen Sportstätte bewahren und sich für den Erhalt und die Pflege des geschichtsträchtigen Ortes einsetzen.
2. Von der Weberkolonie zur Industriegemeinde
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Nowawes – die ursprünglich friderizianische Weberkolonie – zu einem rasch wachsenden Industrie- und Arbeiterort. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begann eine Verdichtung der Bebauung, die zuvor durch typische eingeschossige Weberhäuser geprägt war. Entlang neuer Straßen und Laufgassen entstanden zusätzliche Wohn- und Arbeitsstätten für die anwachsende Bevölkerung.
Wirtschaftlich durchlief Nowawes zwischen 1860 und 1914 eine tiefgreifende Veränderung. Zunächst dominierten noch Textilbetriebe, die aus der langen Tradition der Weberkolonie hervorgingen. Ab den 1860er Jahren siedelten sich zunehmend größere Betriebe an und verdrängten die kleinteilige Hausweberei. Dazu gehörten Nähseidenfabriken, Jute- und Kammgarnspinnereien, Tuch- und Teppichfabriken sowie spezialisierten Netze‑ und Seidenwebereien.
Mit dem Einsetzen der industriellen Massenproduktion geriet die Textilbranche jedoch zunehmend unter Druck und neue Industriezweige entstanden. Besonders prägend wurde der Maschinen- und Metallbau: Ein Meilenstein war die Ansiedlung der Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel (O&K) in den Jahren 1898/99 auf der Gemarkung Neuendorf, direkt am Bahnhof Drewitz. Dieser Großbetrieb leitete nicht nur eine Verschiebung des wirtschaftlichen Schwerpunkts ein, sondern wurde über Jahrzehnte zum größten Arbeitgeber der Region. Auch weitere Betriebe wie eine Eisengießerei und verschiedene Schuh- und Metallwarenfabriken ergänzten die entstehende industrielle Vielfalt.

Zwischen 1880 und 1905 stieg die Einwohnerzahl stark an – von etwa 7.000 auf über 12.000 Bewohnerinnen – was die Dynamik dieses Strukturwandels eindrucksvoll zeigt. Politisch war das gesellschaftliche Leben der späten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts zunehmend durch die Arbeiterschaft geprägt, die sich – wie in vielen Industrieorten im Deutschen Reich – organisatorisch und politisch formierte. Früh gewann die Sozialdemokratie in diesem Milieu an Bedeutung. Nowawes entwickelte fortan zu einem Zentrum politischer Mobilisierung der Arbeiterbewegung. Dies wurde von zeitgenössischen Beobachtern häufig als „Aufmüpfigkeit“ wahrgenommen und führte später zum Begriff des „Roten Nowawes“.
Dennoch blieben auch die kirchlichen Traditionen um die Friedrichskirche ein zentraler Bestandteil des sozialen Lebens, ergänzt durch eine lebendige Vereins- und Kneipenkultur, in der vielfältige bürgerliche, konfessionelle und proletarisch geprägte Gesangs-, Turn- und Sportvereine eine wichtige Rolle spielten.
Schließlich war die Vereinigung von Nowawes und Neuendorf im Jahr 1907 ein zentraler kommunaler Meilenstein. Aus zwei gewachsenen Gemeinden entstand ein vereinigter Arbeiter- und Industriestadt (wenngleich Nowawes Stadtrecht erst 1926 bekam), die nun gemeinsam in die Zukunft blickte. Bereits in diesen Jahren bildeten infrastrukturelle Voraussetzungen den Boden für zukünftige Entwicklungen – etwa jene, die später zur Entstehung des Filmstandorts Babelsberg führen sollten, dessen industrielle Anfänge sich in ungenutzten Fabrikgebäuden bald nach der Jahrhundertwende abzeichneten.
3. Beginn des Fußballsports in Nowawes
Mit der Industrialisierung entwickelte sich in Nowawes wie in vergleichbaren Städten aus den anfänglich militärisch geprägten Leibesübungen die Turn- und Sportvereine. Den Anfang machten Turner, die sich seit 1894 in der Freien Turnerschaft Nowawes versammelten und nach der Fusion mit den Arbeiterturnern von Drewitz in einer Turngemeinschaft den Saal der Gaststätte „Zur Freien Aussicht“ am Bahnhof Drewitz nutzten.
Mit der Lokfabrik von Orenstein & Koppel ab 1898/99 wurde Fußball populär. Fußballerische Initiatoren waren „Orensteiner“: der Schweißer Emil Pöser, die Schlosser Fritz Puppe, Wilhelm Freidank und Erich Hellwig, Paul Große, Schmied Willi Gertner und Otto Heinze. Sie gründeten am 01. Oktober 1905 bei Wilhelm Krüger im Restaurant „Karlsgarten“ den FC Fortuna 05.
Gespielt wurde auf umliegenden Äckern entlang der Stahnsdorfer Straße oder auf der ehemaligen Pferderennbahn „Sperlingslust“. Fortuna 05, im bürgerlichen Verband der Brandenburgischen Ballspielvereine (VBB) organisiert, fusionierte nach dem ersten Weltkrieg mit Jugendkraft 03 zum bürgerlichen SV Nowawes 03.
Während Nowawes 03 im bürgerlichen Verband Berliner Ballspielvereine (VBB) am DFB-Spielbetrieb teilnahm, war Concordia Teil der Arbeitersportbewegung. Concordia 06 und die Freien Turner hatten sich ab Mai 1919 als Freie Turn- und Sport-Vereinigung Nowawes von 1894 zusammengetan und in dieser Form am Spielbetrieb des Verbandes „Märkische Spielvereinigung (MSV)“ teilgenommen, der zum „Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB)“ gehörte.
4. Vom Park Babelsberg zum Sportplatz an der Priesterstraße
Der Park Babelsberg geht zurück auf den späteren Kaiser Wilhelm I. und seine Frau Augusta. Im Auftrag des damaligen Prinzen Wilhelm verwandelten ab 1833 die Gartenkünstler Lenné und Fürst von Pückler-Muskau (ab 1842) das zur Havel und nach Nowawes abfallende, hügelige Gelände in eine viktorianische Parklandschaft. Ebenfalls 1833 wurde der bekannte Architekt Karl Friedrich Schinkel mit der Planung des Schlosses Babelsberg beauftragt. Das ursprünglich 72 Hektar umfassende Gelände wurde im Laufe der Zeit durch Ankäufe und Schenkungen vergrößert. 1865 kam ein erheblicher Teil südlich des Babelsbergs hinzu. Otto Kindermann, der nach dem Tod seines Vaters Ferdinand Kindermann dessen Hofgärtnerstelle übernahm, fügte die Neuerwerbung harmonisch in den vorhandenen Gartenteil ein. 1875 hatte der Park die heutige Größe erreicht.
Nach Abdankung des Kaisers Wilhelm II. am 28. November 1918 wurde der Besitz der Hohenzollern durch den preußischen Staat beschlagnahmt. In der Folge nutzten die Nowaweser die Wiesen im Schlosspark Babelsberg zum Fußball spielen.

Die staatliche Verwaltung der Schlösser und Gärten widerrief Anfang 1926 die bis dato gültige Erlaubnis zur sportlichen Nutzung von Rasenflächen im Babelsberger Park. Die damals noch selbständige Stadt Nowawes musste also für den boomenden Volkssport Fußball eine alternatives Platzangebot schaffen, denn bis auf den bürgerlichen SV Nowawes 03, der an der Verlängerten Blücherstraße (heute Horstweg) über eine eigene Anlage verfügte, hatten die Nowaweser Sportvereine keinen angemessenen Sportplatz.
Der erste Fußballplatz am heutigen Ort des Karl-Liebknecht-Stadions wurde vermutlich ab 1924 von Aktiven des Arbeitersportvereins Concordia Nowawes am Rande des Babelsberger Parks auf dem Gelände einer ehemaligen Baumschule errichtet. Das Areal östlich der Allee nach Glienicke war nach der Anlage des Parks Babelsberg durch den Ausbau der Allee nach Glienicke als Chaussee 1846/47 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffung für Nowaweser
Arbeiter entstanden.
Die Stadt Nowawes erwarb das Gelände der ehemaligen Baumschule und errichtete den Sportplatz an der Priesterstraße auf eben jenem Areal, dass zuvor schon von den Arbeitersportlern von Concordia Nowawes in Beschlag genommen worden war. Es wurden 1925/26 zwei Großfelder angelegt, die in etwa in ähnlicher Lage wie der heutige Hauptplatz des Karlis und der Kunstrasenplatz positioniert waren. Außerdem wurde eine Jugendherberge errichtet, in der sich auch Umkleidekabine und Waschraum für die Sportler befanden.
Zeitgenössische Berichte dokumentieren den Unmut der Leichtathleten, die eine 400-Meter-Laufbahn vermissten. Hingegen beklagten nicht sportaffine Teile der Nowaweser Bevölkerung, dass in Zeiten großer wirtschaftlicher Not erhebliche kommunale Haushaltsmittel in eine Sportstätte investiert wurden.
Dennoch wurde am 25. April 1926 der Sportplatz in der Priesterstraße feierlich eröffnet: Das Eröffnungsspiel gewann der SV Nowawes 03 gegen Minerva Nowawes mit 10:0. Den Festlichkeiten war erheblicher Zwist vorausgegangen, der darin mündete, dass die Arbeiterturn- und -sportvereine an der offiziellen Eröffnung nicht teilnahmen. Dennoch war es in der Folge der Arbeitersportverein Concordia 06, ab 1933 Eintracht, der den Platz vorrangig nutzte und in Berlin und Brandenburg bekannt machte.

5. Der Trouble um die Einweihung
Die zuvor genante Notwendigkeit, Sportplätze in Nowawes zu schaffen, bekam erst so einen richtigen Schub mit der Popularisierung des Fußballsportes auch in Nowawes nach dem Ende des verheerenden 1. Weltkrieges. Zwar brauchten auch die (Feld-) Handballer und Leichtathleten ungedeckte Sportflächen, aber ohne die steigenden Zuspruch für den Fußballsport wäre für das arme Nowawes wenig Druck im Sportkessel gewesen, mit bescheidenen öffentlichen Mitteln, Sportanlagen zu schaffen.
Spielten die Fußballvereine von Nowawes vor 1918 vorrangig auf „Wald- und Wiesenplätzen“ südlich und nördliche der Eisenbahn, entfernt von den Arbeiterquartieren, so konnten nach dem Krieg die „Bürgerlichen“ von Nowawes 03 am Horstweg auf privatem Grund einen eigenen Sportplatz anlegen. Der seit 1894 existierende Arbeitersportverein „Freier Turnverein Nowawes“ hatte bereits vor dem ersten Weltkrieg eine Fußballsparte eingerichtet, aber keinerlei finanzielle Mittel, einen eigenen Sportplatz zu gestalten oder gar zu erwerben.
Mit dem Zusammengehen dieses Arbeiterturnvereins (mit bescheidener Fußballsparte) und dem Fußballverein Concordia Nowawes 06 am Ostermontag, dem 21. April 1919, im Rahmen eines Sportfestes auf dem Sportplatz an der damaligen Berliner Straße (heute Rudolf-Breitscheid-Straße) wurde die Notwendigkeit noch dringlicher, für das neue Fußballteam der FTSpVgg 94 einen wettbewerbstauglichen Sportplatz vorweisen zu können, zumal man in der stark von Berliner Arbeitersportvereinen dominierten Märkischen Spielvereinigung (MSV) kickte.
Die Revolution 1918/1919 und der Zusammenbruch der Hohenzollernherrschaft (auch über die Anlagen im Kaiserpark Babelsberg) sowie die überwältige Mehrheit für die Arbeiterparteien in Nowawes schien den Arbeitersportlern, die v.a. nördliche der Bahn im alten Nowawes wohnten, neue Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Man ergriff die Chance, das bisherige „kaiserliche“ Zutritts- und Nutzungsverbot für den Wiesengrund im südlichen Teil des Parkes Babelsberg zu ignorieren und holte sich für den Arbeitersport, was man in des „Volkes Hände“ glaubte.
Die große nachrevolutionäre Maifeier der Gewerkschaften 1919 auf den besagten Wiesen im Park Babelsberg waren Beweis genug, nun dort auch Fußballspiele auszutragen. Von nun an wurden die Spiele der Nowaweser Arbeiterfußballer des MSV-Bezirkes Südwest im Park durchgeführt, während Berliner Vereine entweder schon Sportplätze hatten oder bisherige Exerzierplätze umnutzten.

Der „privilegierte“ Gebrauch von Parkanlagen des noch nicht zu Nowawes gehörenden Gutsbezirkes Babelsberg für den Proletensport war der sich zu Beginn der 1920er Jahre langsam konsolidierenden preußischen Parkverwaltung ein zunehmendes Dorn im Auge. Man stellte der Gemeinde (und den Fußballern) immer wieder Ultimaten zur Räumung der Spielfelder, letztmalig 1925.
Die Schaffung eines Ersatzes erschien also dringend geboten, wollte die Arbeiterstadt Nowawes die Arbeiterfußballer nicht endgültig vom Trainings- und Spielbetrieb ausschließen. Eine ehemalige, nicht mehr von der Parkverwaltung genutzte Baumschule am Ende der Priesterstraße schien die (einzige) Option zu sein. Zwar war die Fläche mit einem Ausmaß von rund 4,4 Hektar beschränkt und zwischen zwischen der Allee nach Glienicke und der Priesterstraße eingeklemmt, aber besser als gar nichts. Erst wurde das Areal von der Stadt gepachtet, dann gekauft.
Aber ausreichende Finanzmittel für Ankauf der Fläche und sportgemäße Gestaltung hätte die Gemeinde (ab 1926 Stadt) allein nie gehabt. Ohne finanzielle Unterstützung des Landkreises Teltow und den Einsatz von Arbeitskräften – zumeist arbeitslose Arbeiter – im Rahmen von Notstandsarbeiten, wäre die vorerst bescheidene Realisierung nicht möglich gewesen.
Zusätzlich zu den beiden Sportplätzen errichtete man auf dem Areal gleich zwei komfortable Barackenbauen – eine Jugendherberge und eine Sportbaracke. In der Sportbaracke, deren größter Raum für 100 Personen ausgelegt war, befanden sich auch die Wohnung des Sportplatzwartes Karl Kunstmann (Sozialdemokrat, Vorsitzender des Arbeiterkultur- und Sportkartells, Redakteur des Potsdamer Volksblattes) sowie Umkleide- und Sanitärräumlichkeiten.

Auch wenn vieles noch nicht fertig war – so war die Rasenanpflanzung noch nicht vorhanden – wollte das stadtgewordene Nowawes schnellstmöglich in die Sportnutzung eintreten, zumal das Räumungsultimatum der Parkverwaltung Anfang 1926 auslief. Da jedoch der neue Sportplatz noch nicht fertig gestellt war, gelang es einer Kommission aus Vertretern des Magistrats, des Arbeiterkultur- und Sportkartells (als Hauptnutzer) und des Ortsausschusses für Jugendpflege, der Verwaltung des Parkes, dem preußischen Finanzministeriums eine Nutzungsverlängerung bis April 1926 abzuringen.
Am Sonntag, dem 28. März 1926, fand das letzte Punktspiel in der MSV-Südwestliga im Park Babelsberg statt: Nowawes 94 schlug die Fichte 21 aus Berlin mit 6 : 0. In diesem Zusammenhang machten die Nowaweser Arbeiterfußballer darauf aufmerksam, dass man zur Einweihung (!) des neuen Sportplatzes am Ostermontag, dem 05. April 2026, eine Mannschaft von der Waterkant zu Gast hätte. Die „Arbeitertaufe“ sollte also noch vor den städtischen Einweihungsfeierlichkeiten stattfinden!
Aus Hamburg reiste der VSB 19 Hamburg-Bahrenfeld an. Nowawes 1894 verlor vor 1.000 Zuschauern 1:6 – trotz eines Eckenverhältnisses von 4:2 für Nowawes. Der Platz war danach schon arg ramponiert. Anschließend spielten die Nowaweser Arbeiterhandballer gegen den Bezirksmeister des 3. Berliner Bezirkes Spandau. Auch hier unterlagen die Nowaweser 1:7. Im Volksblatt bleibt jedoch unerwähnt, dass schon am Karfreitag der „bürgerliche“ Sport sich des neuen Platzes bemächtigen durfte: So spielte „Minerva“ gegen „Cherusker“. Das Spiel endete 2:3. Am Ostersonntag spielten die Handballer des TV 1862 gegen auswärtige Gäste.
Klar war dem Nowawes Magistrat, dass die Einweihung des ersten (!) städtischen Sportplatzes ein Fest für die gesamte Stadt sein sollte, geprägt von Sportvorführungen und Kultur, besonders getragen von der städtischen Jugend. So beauftragte der Magistrat den örtlichen Ausschuss für Jugendpflege, der von den bürgerlichen und kirchlichen Vereinen dominiert wurde, mit der Organisation und Durchführung des Einweihungsfestes. Schon diese recht zwangsläufige Entscheidung der Stadtverwaltung brachte die Arbeitersport- und -kulturbewegung auf, hatten doch v.a. ihrer Hände Arbeit den Sportplatz geschaffen.
Der Gegensatz zwischen dem Arbeitersport und dem „bürgerlichen Sport“ war in Nowawes so scharf, dass damit auch die Platzeinweihung zwischen die Fronten geriet. Hinzu kam, dass die Einweihung des Platzes auf den 25. April 1926, fixiert wurde, eine Woche vor dem großen Arbeiterkampftag am 1. Mai , wo alle Organsierationen der Arbeiterbewegung voll gefordert waren. So stellt des Nowaweser Arbeiterkultur- und Sportkartell in einer seiner Sitzungen fest, eine Beteiligung an der Eröffnungsveranstaltung der Stadt absagen zu müssen, da man seine Kapazitäten für den folgenden 1. Mai brauche.
Die Auseinandersetzungen um die Art und Weise der Eröffnungsfeier müssen auch unter den Nowawesern zu erheblichen Diskussionen geführt haben, so dass sich das sozialdemokratischen Potsdamer Volksblatt am 15. April 1926 genötigt sah, die Standpunkt der Nowaweser Arbeitersportler sehr klar zum Ausdruck zu bringen:
Arbeitersportverein und Sportplatz
In Bürgerlichen, ja selbst in Parteikreisen ,wird die Nichtbeteiligung der Arbeitersportvereine an der Einweihung des städtischen Sportplatzes kritisiert. Es erscheint auch auf dem ersten Blick sonderbar, dass gerade die Kreise, welche am Zustandekommen des Platzes wohl am meisten mitgearbeitet haben, nun nach der Fertigstellung sich abseits stellen. Und doch hat dieses Verhalten seine volle Berechtigung. Wir Arbeitersportler sind jahrzehntelang mit allen Mitteln unterdrückt worden und haben uns darum eine gewisse Selbstständigkeit angewöhnt. Auch hat diese Unterdrückung ein gewisses Misstrauen allen behördlichen Maßnahmen gegenüber geschaffen. Dieses Misstrauen ist auch jetzt nicht ganz geschwunden, trotzdem die Umwälzung in der Nachkriegszeit es ermöglichte, dass unsere eigenen Genossen in diese Behörden zum Teil hineinkamen. Wer garantiert z.B. dafür, dass bei den Veranstaltungen, die von den Behörden geplant sind, von einzelnen Gruppen der bürgerlichen Vereine keine schwarz-weiß-roten Fahnen mitgeführt werden? Auch unsere Behörden können dies nicht verhindern. Dem Arbeitersportler ist aber ein derartiges Zeichen, unter dem er geknebelt und drangsaliert worden ist, einfach unerträglich. Andernfalls wird wieder unsere r o t e Fahne von Seiten der bürgerlichen Kreise scheel angesehen. Wenn also schon in diesen Äußerlichkeiten derartige große Gegensätze vorhanden sind, so sind si natürlich noch viel größer in Fragen der einzelnen Erziehungsmethoden. Ein Zusammenarbeiten ist daher, solange diese Gegensätze bestehen, einfach unmöglich.
Nun sagt man, der bürgerliche Sport kann den unteren und der Arbeitersport den oberen Platz benutzen. Das müssen die Arbeitersportler ablehnen, weil sie zu ehrlich sind. Ein derartiges Verhalten, wo offen gezeigt wird, dass ein Riss im Sport besteht, würde bestimmt keine neuen Anhänger für den Sport werben, würde auch den Gedanken, die die Behörden mit dieser Veranstaltung haben, zunichtemachen. Dann kommt noch hinzu die ganze Aufmachung bei derartigen Veranstaltungen, das Erscheinen „hoher“ und „höchster“ Herrschaften, alles was wir bisher als Klimbim verzeichnet haben und wovon wir uns auch heute noch nicht freimachen können. Wenn also ein Zusammenarbeiten doch nur durch äußerlich aufgeschmierten Kitt zustande käme, die Gegensätze aber unter diesem Kitt nur schlummern und jederzeit zum Erwachen kommen könnten, so sind wir ehrlich genug, zu erklären, derartige Veranstaltungen zu meiden. Im Übrigen wird die Arbeiterschaft ja bei den Veranstaltungen am 1. Mai Gelegenheit haben, den Platz auf ihre Weise einzuweihen.
Ein irgendwie gearteter Kompromiss war somit kaum erreichbar. Es verwundert daher nicht, dass die Einweihung des Sportplatzes dann im Volksblatt nur eine Randnotiz war. Währenddessen berichtete die strengkonservative Potsdamer Tageszeitung ausführlich, dass bei herrlichem Sonnenschein vor tausenden Zuschauern die (bürgerlichen) Sportler einmarschierten. Man sammelte sich vorher auf dem Friedrichkirchplatz (Weberplatz) – darunter auch der Großdeutsche Jugendbund und die Bismarck-Jugend. Ein Massenchor sang das Lied „Krönt den Tag“ in Gegenwart des Polizeipräsidenten (!) Henry Paul von Zitzewitz (schon der wäre ein rotes Tuch für die Arbeitersportler gewesen).
Die Potsdamer Tageszeitung stellt fest:
Es ist nur eine der vielen praktischen Nutzanwendungen, wenn hier durch diesen herrlich gelegenen Sportplatz der Jugend Gelegenheit geboten ist, den Körper durch Spiel und Sport gesund zu erhalten und zu stählen. Das ist auch Dienst am Vaterlande, wie schon der alte römische Spruch sagt: „Im Spielen dienen wir dem Vaterlande“... Wir brauchen eine kräftige, gesunde Jugend, die Mithelfen soll am Wiederaufstieg unseres geleibten Vaterlandes.
Anschließend hielt der Erster Bürgermeister, Walter Rosenthal die Festrede. Für den Regierungspräsidenten überbrachte der Regierungsrat Dr. Koppen die Glückwünsche „zur Ertüchtigung der Nowaweser Jugend“. Freiübungen der Turner schlossen sich an.Nach einem Rundgang durch die neue Jugendherberge konnte man dem Fußballspiel von Nowawes 03, die ihren eigentlichen Spielort am Horstweg hatten, gegen Minerva 05 beiwohnen. Das Spiel endete 10:0 für die 03er. Schon am Vormittag spielte der katholische Jünglingsverein gegen eine Mannschaft der kaufmännischen Berufsschule. Ein Handballspiel zwischen dem Realgymnasium und der Jugendmannschaft des TV 64 beschloss die sportlichen Aktivitäten.
Das Gegenprogramm der Arbeitersportler am Sonnabend, 1. Mai 1926, als „ihre“ Eröffnungsveranstaltung lief dann unter ebenfalls großem Zuspruch ab. Sport- und Kulturveranstaltungen wechselten sich ab, Besucher zahlten 30 Pfennige Eintritt, Arbeitslose und Jugendliche kamen kostenlos rein.
Der nunmehr geschaffene erste kommunale Sportplatz konnte für den Nowaweser Breitensport nur ein erster Anfang sein. Für größere Veranstaltung plante man schon weiter – die Anlage eines Sportgeländes an der Sandscholle, mit größeren Spielflächen und einer Laufbahn für Leichtathleten.
Der Sportplatz an der Priesterstraße des Jahres 1926 hingegen hatte auch eine Vielfalt zu bieten: neben dem „eingezwängten“ großen Fußballplatz gab es eine weitere kleinere Spielfläche – im Volksmund „Schmirgelscheibe“ genannt – für den Handballsport und die Jugendherberge. Sie entwickelte sich zum Treffpunkt der kommunistischen und sozialdemokratischen Jugend. In Ferien Heimstatt war die Jugendherberge Ort für einer Vielzahl von Arbeiterkindern, die von den Frauen der Arbeiterwohlfahrt betreut wurden.
Abschließend ist zu diesem Kapitel zu erwähnen, dassam Eingang zum Sportplatz die schon erwähnte Sportbaracke entstanden war. Aber aufgrund des strikten Alkoholverbotes auf der Anlage zogen es die Fußballer und Handballer in den nächsten Jahren eher vor, sich bei einer „Molle und ein Korn“ in den Arbeiterkneipen von Otto Gebauer und Otto Hiemke in der damaligen Wallstraße (heute Karl-Gruhl-Straße) ihrer Sportkleidung „zu entledigen“.
6. Der Sportplatz während der Nazi-Zeit 1933-1945
Mit der Machtergreifung der Nazis im Januar 1933 wurde die Gleichschaltung des Sports unmittelbar betrieben. Die Meisterschaft der Märkischen Spielvereinigung wurde im Februar 1933 abgebrochen, während die Saison im VBB zu Ende gespielt werden durfte. Im März 1933 erfolgte das Verbot der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit und aller angeschlossenen Vereine einschließlich des ASV Concordia 06 Nowawes.
Der Drang weiterhin organisiert Fußball zu spielen war trotz der Machtübernahme der Nationalsozialisten und ihrer ideologischen Gleichschaltung groß. Sowohl der SV Concordia Nowawes 06 (ohne das „A“ von Arbeiter...) als auch die SportVgg 1894 Nowawes (ohne das „F“ von Freie...) stellten wie viele andere Arbeitsportvereinen Anträge um Aufnahme beim bürgerlichen und gleichgeschalteten DFB. Bereits am 24. Mai 1933 trafen Nowawes 03 und Concordia / Eintracht Nowawes 06 in einem Freundschaftsspiel aufeinander.
Möglich wurde die Wiederzulassung als Eintracht 06 Nowawes zur Spielzeit 1933/34 durch die Unterstützung des neuen Vorsitzenden Willi Fischer, der durch die Nazis als Vereinsführer akzeptiert wurde. Nach Schupo Tietz musste Fischer hierfür zunächst erst einmal in die NSDAP eintreten. Ab September 1933 spielten die beiden ehemaligen Arbeitersportvereine nun unter dem Namen VfL Eintracht 06 und SpVgg 1894 in der untersten VBB-Liga.
Auch am Sportplatz Priesterstraße ging die Nazi-Diktatur nicht spurlos vorbei. DIe NSDAP Ortsgruppe Nowawes hatte ein Büro in der Sportbaracke und die Nazis nutzten den populären Fußballsport für Propagandazwecke. Ensprechend wandelte sich das Erscheinungsbild des Sportplatzes. Die Potsdamer Tageszeitung berichtete in goßer Aufmachung.

Ende der 1930er Jahre und bis zum Ende des Krieges kämpften Eintracht und Nulldrei um die sportliche Vorherrschaft in der Stadt. 1938/39 trafen die Mannschaften erstmals im Meisterschaftspflichtspiel aufeinander. Mit dem Überfall auf Polen und dem damit verbundenen Beginn des 2.Weltkriegs rückte der Sport schnell in den Hintergrund.
Die Saison 1944/45 sollte nicht zu Ende gespielt werden. Am 7.1.45 bestritt Potsdam 03 das letzte Punktspiel, im März desselben Jahres dann der letzte Auftritt vor der Befreiung: Gegen eine völlig veränderte Mannschaft von Eintracht Babelsberg gewann Nulldrei acht Wochen vor Kriegsende ein letztes Freundschaftsspiel am 04.03.1945 am Horstweg mit 8:1.
Am 18. März 1945 fand das letzte Spiel vor der Kapitulation Nazi-Deutschlands auf dem Sportplatz an der Priesterstraße statt. Mit Kriegsende verfügte der Alliierte Kontrollrat die Auflösung der NSDAP und damit aller im NSRL (Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen) befindlichen Vereine, die fortan als nicht mehr existent galten.
7. Wiederaufbau nach Krieg ab 1945
Während des Zweiten Weltkrieges wurde auch der Sportplatz an der Priesterstraße in Mitleidenschaft gezogen. Bombenkrater prägten das Spielfeld. Zäune, Tore und Bänke waren zu Brennholz verarbeitet. Doch bereits kurz nach der Befreiung vom Faschismus fand sich die Babelsberger Fußballgemeinde zusammen, setzte den Sportplatz instand und nahm am organisierten Spielbetrieb teil.
Das erste Punktspiel auf dem Sportplatz an der Priesterstraße nach dem Krieg wurde am 13. Oktober 1946 ausgetragen. Die SG Babelsberg mit Aktiven von Eintracht und Nulldrei traf auf die SG Velten in der Städteliga Rund um Berlin. Babelsberg gewann zum Auftakt 10:1.
Mit dem ersten Endspiel um die brandenburgische Landesmeisterschaft am 3. April 1949 sah der Sportplatz an der Karl-Liebknecht-Straße seinen ersten herausragenden Höhepunkt. Babelsberg bezwang vor 7.000 Zuschauern die BSG Franz-Mehring Marga daheim mit 4:1. Im Rückspiel in Marga unterlag Babelsberg mit 0:2. Ein Entscheidungsspiel musste her. In Eberswalde wurde die Elf um Kapitän Schupo Tietz und Torwart Schrippe Schröder durch einen 2:1 Erfolg über den Rivalen aus Marga brandenburgischer Fußballmeister.
8. Einweihung des Karl-Liebknecht-Sportplatzes und neun Jahre Oberliga
Eine Oberligamannschaft braucht eine würdige Spielstätte, die den Aktiven einen guten Rasen und den Zuschauenden anständige Besucherränge anbietet. Angesichts des weiterhin vorherrschenden Mangels war Selbsthilfe gefragt. Spieler und Fans legten Hand an, um den Sportplatz auf erstklassiges Niveau zu bringen. Fußball-Spartenleiter Paul Bauschke gab die Losung aus: „Jeder buddele sich seinen Stehplatz selbst." Hunderte Aktive und Fans beteiligten sich am Aufbau.

Ab 28. August 1949 erhielt der Sportplatz offiziell den Namen „Karl-Liebknecht-Sportplatz“. Gegner beim Einweihungsspiel war die Elf des Leipziger Vereins Gohlis Nord, die 2:1 geschlagen wurde. Sechs Tage später startete die neue Spielklasse als DS-Liga, die später zur DDR-Oberliga wurde. In Babelsberg unterlag die BSG „Märkische Volksstimme“ zur Saisoneröffnung gegen Dresden Friedrichstadt mit dem Rekordergebnis von 2:12.

Von dieser Niederlage erholte sich Babelsberg aber bald und spielte von 1949 bis 1958 als BSG Rotation Babelsberg (ab September 1950) in der höchsten Spielklasse der DDR. Regelmäßig waren 10.000 Zuschauer und mehr auf den aus einer Holztribünen und Erdwällen bestehenden Zuschauertraversen zu Gast. Da die Kapazität häufig nicht ausreichte, boten auch die Bäume des umliegenden Park Babelsberg begehrte „Logenplätze“.
9. Niedergang 1960-1970
Nach neun Jahren in der Oberliga stieg Rotation Babelsberg 1958 ab. Am 23. November 1958 fand auf dem Karl-Liebknecht-Sportplatz vor 5.500 Zuschauern das letzte DDR-Oberliga-Spiel in der Geschichte des Babelsberger Fußballs statt. Es endete gegen den SC Dynamo Berlin mit 1:1. Rotation verpasste 1959 trotz eines famosen Sieges gegen den 1. FC Magdeburg vor über 10.000 Zuschauern den Wiederaufstieg knapp. 1960 wurde die erste Mannschaft von Rotation zum SC Potsdam delegiert, der fortan das Startrecht in der DDR Liga wahrnahm und seine Meisterschaftsspiele auf dem Karl-Liebknecht-Sportplatz austrug. Im ersten Spiel traf der neue SC Potsdam auf die ehemalige zweite Mannschaft, jetzt erste Mannschaft von Rotation.
Die Episode des SC Potsdam in der Babelsberger Fußballgeschichte endete ähnlich wie sie begann. Durch die Partei- und Sport-Administration wurde das Ende des Sportclubs verfügt. Für die erste Mannschaft wurde ein neuer Sportverein gesucht und mit der BSG Motor Babelsberg gefunden. Ab dem 01.01.1966 nahm Motor Babelsberg am Spielbetrieb der DDR Liga Staffel Nord teil. Wenig später folgte der Abstieg aus der DDR-Liga in die Bezirksliga. Derweil verfiel die einst stattliche Holztribüne an der Stelle der heutigen Gegengerade nach und nach.

Nur noch 500 Zuschauer sahen auf dem Karl-Liebknecht-Sportplatz zu, als Motor Babelsberg am 12. Mai 1968 im vorerst letzten DDR Ligaspiel auf dem Karl-Liebknecht-Sportplatz gegen Vorwärts Neubrandenburg 2:4 unterlag.
10. Die Initaitive zum Neubau des Karl-Liebknecht-Stadions Anfang der 1970er Jahre
Mit dem Niedergang des Babelsberger Fußballs durch die staatlichen Eingriffe in die Vereinsautonomie in den 1960er Jahren verwahrloste der Karl-Liebknecht-Sportplatz zunehmend. Erst ab Anfang der 1970er Jahre startete eine Initiative für ein neues Fußballstadion.
Ab 1974 begannen mit Unterstützung der sowjetischen Armee und schwerer Technik die Rodungsarbeiten auf den Wällen und im unmittelbaren Stadionumfeld.
Unter der Bauleitung des Ingenieurs Jürgen Rettig aus dem Karl-Marx-Werk und mit großem Einsatz von Feierabend-Brigaden aus dem Babelsberger Maschinenbaubetrieb, dem Trägerbetrieb der BSG Motor Babelsberg, wurde das Stadion in einfachen, aber klassischen Proportionen errichtet. Die Spielfeldfläche wurde auf 110 x 75 erweitert. Zwei Stehtribünen mit jeweils 19 Stufen, die Haupttribüne mit neun Sitzreihen und eine Stehtribüne mit neun Stufen entstanden. Auf der Südseite wurde ein zweigeschossiges Tribünegebäude mit Überdachung der Sitzplatztribüne errichtet.
11. Einweihung des Karl-Liebnknecht-Stadions am 10. Juli 1976

Das neue Karl-Liebknecht-Stadion wurde am 10 Juli 1976 mit einem Spiel zwischen Motor Babelsberg und der DDR Olympia-Auswahl, die vier Wochen später in Montreal Gold holen sollte, eingeweiht.
Die besonders dichte Atmosphäre der damals 15.000 Zuschauer fassenden Sportstätteentsteht durch die unmittelbare Nähe zwischen Spielfeld und Zuschauerbereich. Die Einbettung in den Babelsberger Park bietet vor allem von der Haupttribüne aus ein wunderschönes Panorama, das sich im jahreszeitlichen Wandel immer neu präsentiert.

12. Länderspiele im Karli
In den folgenden fünfundzwanzig Jahren änderte sich nur wenig. Drei Länderspiele wurden im Karli ausgetragen. Am 29. Oktober 1977 bezwang die DFV-Auswahl die Vertetung von Malta in der WM Qualifikation 9:0. Es war der höchste Heimsieg-Sieg in einem offiziellen Länderspiel der DDR. Die Treffer für die von Georg Buschner trainierte DDR-Mannschaft erzielten vor offiziell 15.000 Zuschauern Hoffmann (3), Streich (3), Schade, Weber und Sparwasser.
The XI. FIFA World Cup 1978 in Argaentinien (ARG) - The European Qualifying Tournament - The Group 3:
DDR: Croy; Dörner (C); Kische, Weise, Weber; Häfner, Pommerenke (46' Streich), Schade; Riediger, Sparwasser, Hoffmann
Malta: Debono; Camilleri; Ciantar (67' E. Ferrugia), Holland, Borg; Azzopardi, Vasallo, R. Xuereb, Micalleff (34' Darmanin); Margo, G. Xuereb
Referee: Namdar (Iran)
Tore: 1:0 Hoffmann (2'), 2:0 Schade (38'), 3:0 Hoffmann (44'), 4:0 Sparwasser (52'), 5:0 Weber (56'), 6:0, 7:0, 8:0 Streich (63' pen., 79', 82'), 9:0 Hoffmann (84')
Das Spiel ist im Netz in voller Länge abrufbar (Link) und vermittelt einen zeitgenössischen Eindruck des ausverkauften Karlis ohne Zaun zum Spielfeld. Kommentiert wird das Spiel von Reporterlegende Heinz-Florian Oertel.
Am 12. November 1983 bezwang die DDR-Olympia-Auswahl die Mannschaft Norwegens vor 8.500 Zuschaern im Karli mit 1:0. Den Treffer erzielte Jürgen Raab.
Am 18. Mai 1985 bestritt Hans-Jürgen Dörner vor 9.000 Zuschauern sein einhundertstes und letztes Spiel für die DDR-Auswahl im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion gegen die Auswahl Luxemburgs. Die WM-Qualifikationspartie für die Endrunde 1986 in Mexico endete 3:1 für die Gastgeber.
The XIII. FIFA World Cup 1986 in Mexico (MEX) - The European Qualifying Tournament - The Group 4 - The Fifth Match:
18.5.1985, Babelsberg (GDR) - Karl-Liebknecht-Stadion
East Germany (GDR) - Luxembourg (LUX) 3:1 (3:0)
East Germany: René Müller - Hans-Jürgen Dörner - Ronald Kreer, Frank Rohde (57. Matthias Döschner), Uwe Zötzsche - Hans-Uwe Pilz, Rainer Ernst, Matthias Liebers - Ulf Kirsten, Ralf Minge, Andreas Thom
Coach: Bernd Stange
Luxembourg: John van Rijswijck, Marcel Bossi, Laurent Schonckert (60. Hubert Meunier), Nico Rohmann, Carlo Weis, Jean-Pierre Barboni, Gilbert Dresch, Guy Hellers, Nico Wagner, Robby Langers, Benny Reiter (Théo Malget)
Coach: Josy Kirchens
Goals: 1:0 Ralf Minge (19.), 2:0 Ralf Minge (38.), 3:0 Rainer Ernst (45., Penalty) and 3:1 Robert 'Roby' Langers (76.)
Referee: Charles Scerri (MLT). Attendance: 9.000
Neben den internationalen Vergleichen der DFV-Auswahl fanden auch regelmäßig Nachwuchsländerspiele im Karli statt. Unter anderem gastierte die U21 Bulgariens im März 1983, im September 1987 gab die U21 Italiens ihre Visitenkarte im Karl-Liebknecht-Stadion (Potsdamer Sportplatz) ab. Gespielt wurde am 23.09.1987 um 16.30 Uhr unter der Leitung des ungarischen Schiedsrichters Nandor Kovacs. DDR-Trainer Brunzlow nominierte unter anderem Wagenhaus, Bonan, Heun, Marshall und Edmond. Italiens Trainer Cesare Maldini setzt unter anderem auf Lorenzini, Rizzitelli, Berti, Galli und Annoni. Die Partie endete vor unbekannter Zuschauerzahl 0:0.
Nicht zu vergessen: Im Karli fand das einzige Frauenländerspiel gegen die CSSR statt. Am 9. Mai 1990 verlor die DFV-Auswahl vor immerhin 800 Zuschauern mit 0:3. Das Stadion hatte sich zwischen 1976 und 1990 kaum verändert. Lediglich die ursprünglich nicht bestehende Spielfeldumzäunung war hinzugekommen.
13. Motor Babelsberg im Karli bis 1989
In den 1970er Jahren pendelte Motor Babelsberg als Hauptnutzer des Stdions zwischen der drittkliassigen Bezirksliga und der zweitklassigen DDR-Liga. 1981 kehrte Motor Babelsberg wieder einmal aus der Bezirksliga in die DDR-Liga zurück. Dieses Mal sollte es für längere Zeit sein. In jener Saison kämpfte man mit Union Berlin um den Staffelsieg. Und auch wenn Motor am Ende „nur“ Zweiter wurde, gab es für die Fans großen Fußball. 12.000 Zuschauer kamen z.B. damals zum Spiel gegen die „Eisernen“ ins Karli, das unglücklich mit 0:1 verloren wurde.

Zwei Jahre später wurden die fünf DDR-Ligen zu zweien zusammengefasst. Motor hatte sich als Zweiter der Staffel B zwar souverän qualifiziert, doch wurmte der Vizetitel hinter Stahl Brandenburg mächtig. In jenen Jahren waren Delegierungen das A und O. Ständig beschlossen die Partei-Genossen von „oben“ herab, welche Spieler zu „ihrem“ Verein delegiert werden sollten. Im Falle Motors setzte die SED-Bezirksleitung hauptsächlich auf Stahl Brandenburg. Das zu nah an der Grenze zu Westberlin liegende Babelsberg wollte man nicht im Oberhaus haben. So wurden rechtzeitig die wichtigsten Spieler zu Stahl oder Union Berlin delegiert. Und wenn das nicht half, wurden welche zur NVA einberufen und spielten dann beim FC Vorwärts Frankfurt/O.
Ende der 1980er Jahre wurde nachträglich der Zaun zwischen den Tribünen und dem Spielfeld errichtet. Diese Maßnahme gehörte zu einer DDR-weiten "Initiative zur Verbesserung von Ordnung und Sicherheit" für Spielorte der zweiten Leistungsklasse (DDR-Liga). Mit den Vertretern des DFV, des BFA Fußball sowie des Sportstättenbetriebs Potsdam und des Volkspolizeikreisamtes (VPKA) wurde im Frühjahr 1986 beschlossen, einen "Sicherheitszaun" zum Spielfeld zu errichten. Neben der DDR-weit gelenkten Debatte mögen auch die Erfahrungen der zuschauerstarken Spieljahre Anfang und Mitte der 1980er Jahre Wirkung gezeigt haben. Unter Regie des Karl-Marx-Werkes wurde durch "Nachnutzung eines Berliner Projektes" die neue Spielfeldabgrenzung hergestellt. Die Montage verzögerte sich jedoch bis 1987. Ansonsten wurden im Wesentlichen nur Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.
14. Der Neubeginn und das große Comeback
In der Endphase der DDR waren die Mittel knapp und die Unzufriedenheit wuchs. Dies ging auch am Karl-Marx-Werk und der BSG wegen der Finanzierung der ersten Mannschaft nicht vorbei. Motor stieg 1989 erneut in die Bezirksliga ab. Bei der Saisonabschlussfeier wurden dennoch Zukunftspläne geschmiedet. Funktionäre des Trägerbetriebs, der SED-Bezirksleitung und der Stadt Potsdam waren sich einig, die Rückkehr Motors in die Liga zu sichern. Doch der politische Umbruch änderte die Situation gravierend...
Nach 1990 kämpfte Motor Babelsberg um die Existenz. Mit der Neugründung des SV Babelsberg 03 durch die ehemalige Motor-Fußball-Sektion im Dezember 1991 wurden die Voraussetzungen für die neue Zeit geschaffen. Nach einigen Jahren der Konsolidierung ging es ab Mitte der 1990er Jahre wieder aufwärts mit dem Babelsberger Fußball.
1997 gelang der Aufstieg in die drittklassige Regionalliga. Mit der Qualifikation für die zweigleisige Regionalliga-Saison 2000/2001 wuchsen die Anforderungen an das Stadion. Als am 09. Juli 2001 im Spiel gegen Düsseldorf 14.700 kamen, wurde nach 24 Jahren wieder ausverkauft gemeldet und der Aufstieg in die 2. Bundesliga vollendet.
Erst mit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga 2001 setzte wieder ein relevanter Investitionsschub ein. Zunächst wurden die Sitzbänke auf der Haupttribüne gegen Schalensitze ausgetauscht. Fehlende Auswechselbänke wurden ergänzt. Außerdem erhielt die erste Mannschaft im Erdgeschoss eine neue Kabine. Schon in der damaligen Regionalliga durfte nur ausnahmsweise ohne Flutlicht gespielt werden. In der zweiten Liga wurde die Flutlichtanlage zur Pflicht. Ein massives Tauziehen um die Errichtung einer Flutlichtanlage begann, da die Schlösserstiftung eine Beeinträchtigung „der visuellen Integrität“ des benachbarten Gartendenkmals befürchtete.
15. Babelsberg in der 2. Bundesliga - Flutlicht im Kiez
Die geeignete Lösung entdeckte der damalige Präsident Detlef Kaminski in einem Konstruktionsprinzip auf einem amerikanischen Flughafen. Um eine imaginäre Sichtachse aus dem Babelsberger Park zwischen Flatow-Turm und Jagdschloss Stern nicht zu beeinträchtigen, wurden alle vier ca. 38 Meter hohen Flutlichtmasten mit einem Knickgelenk bei ca. 23 Metern Höhe ausgestattet, die das Abklappen des jeweils oberen Drittels der Masten zuzüglich der Traverse mit den Scheinwerferm ermöglichen. Die Anlage ist europaweit einmalig. Beim Spiel gegen Waldhof Mannheim am 12. April 2002 wurde das Flutlicht erstmals in Betrieb genommen. Der SVB unterlag 1:2. Den Treffer für Babelsberg erzielte Jens Dowe.
Mehrfach bereitete das spezielle Konstruktionsprinzip mit dem Knickgelenk und der elektrohydraulischen Mechanik in den Folgejahren Kopfzerbrechen. Bei einem Trainingsaufenthalt der türkischen Nationalmannschaft im Oktober 2010 versagte die Mechanik beim Aufrichten und ein Mastarm klappte ungebremst nach unten. In der Folge mussten alle vier Knickgelenke mit erheblichem Aufwand saniert werden.
Lange Jahre stritt auch ein Anwohner am Karl-Liebknecht-Stadion mit dem SVB über den Stadionbetrieb im Allgemeinen und das Flutlicht im Speziellen. Im März 2010 verlängerte die zuständige oberste Denkmalschützerin, Ministerin Martina Münch, die denkmalrechtliche Genehmigung für die Flutlichtanlage bis 2035. Der in den 1990er Jahren zugezogene, klagewütige Anwohner ist inzwischen wieder fortgezogen.
16. Der Erbaupachtvertrag und schrittweise Modernisierung und Instandsetzung
Im Zusammenhang mit dem sportlichen Erfolg, der im Aufstieg in die zweite Bundesliga 2001 mündete, zeigte sich, dass der SV Babelsberg 03 weder organisatorisch noch wirtschaftlich mit den gestiegenen Anforderungen mitgewachsen war. Gleichzeitig sah sich die Landeshauptstadt Potsdam einem gravierenden Investitionsstau gegenüber, für dessen Abbau angesichts von Haushaltsengpässen keine bzw. nicht ausreichend Mittel bereitgestellt werden konnten. So kamen die Landeshauptstadt und der SVB als Hauptnutzer überein, einen Erbbaupachtvertrag zu schließen. Damit sollten dem Verein wirtschaftliche Spielräume für erforderliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen eingeräumt werden. Damit verbunden war ein dauerhaftes Spielrecht für den aufstrebenden Frauenfußballclub Turbine Potsdam. Doch kurz nach dem Abschluss des Erbbaupachtvertrages musste der SVB aus wirtschaftlicher Gründen Insolvenz anmelden. Mit großer Kraftanstrengung gelang es schließlich, die Insolvenz im Planverfahren zu beenden.
Seit der Übernahme des Stadions durch den SV Babelsberg 03 in der Saison 2002/03 bemühte sich der Verein um eine schrittweise Abarbeitung des Sanierungsrückstaus, war mit dieser Aufgabe angesichts des schlechten Gesamtzustandes der Anlage letztlich aber überfordert. Dennoch gelang es beispielsweise die Sanitärsituation für die Stadiongäste nachhaltig zu verbessern. 2004 erhielt das Karl-Liebknecht-Stadion nach fast 30 Jahren erstmals eine neue Drainage sowie einen neuen Rollrasen. Das Hauptgebäude erhielt einen Ersatz für die verschlissene Dachhaut. Neue Ballfangzäune und ähnliches wurden angeschafft.
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In der Folge einigten sich der SV Babelsberg 03 und die Landeshauptstadt Potsdam auf eine dauerhafte Betriebsvereinbarung mit jährlichen Zuschüssen für den Stadionunterhaltungs- und -betriebsaufwand. Insgesamt hat sich diese vertragliche Vereinbarung für alle Parteien als tragfähige und wirtschaftlich sinnvolle Verabredung bewehrt, wenngleich auch das Karl-Liebknecht-Stadion regelmäßig in die Debatten um insgesamt unzureichende gedeckte und ungedeckte Sportflächen in der Landeshauptstadt einbezogen wird.
Der SVB unterstützte dabei im konstruktiven Austausch mit der Landeshauptstadt Potsdam Nutzungswünsche anderer Sportvereine wie der Potsdam Royals, allerdings immer unter Wahrung der obersten Maxime des Erbbaupachtvertrages und der Potsdamer Sportfamilie, nämlich dem dauerhaften Erhalt der traditionsreichen Sportstätte unter Wahrung bester Qualitätsmaßstäbe für die aktiven Sportler. Dies betraf und betreffen auch weiterhin vor allem die Pflege und Entwicklung des Hauptrasenplatzes für optimale Nutzbarkeit. Neben den ersten Teams von Babelsberg 03 und Turbine Potsdam nutzen auch zahlreiche Nachwuchs- und Freizeitmannschaften die Sportflächen im Karl-Liebknecht-Stadion.
17. Gefahr und Rettung fürs Karli - Umfassende Sanierung statt Stadionneubau
Nachdem Mitte der 2000er Jahre die Idee für ein neues Potsdamer Stadion für die Frauen WM 2011 entstand, formierte sich in Babelsberg erheblicher Widerstand. Die Initiative Pro Karli warb für eine kostengünstige und nachhaltige Sanierung der Traditionssportstätte. Nachdem Investitions- und Betriebskosten abgeschätzt waren, entschied sich die Landeshauptstadt Potsdam aus wirtschaftlicher Vernunft gegen einen Stadionneubau und für den Erhalt und die Sanierung des Karl-Liebknecht-Stadions.
Im Rahmen des so genannten Konjunkturpaketes II der Bundesregierung wurde das Karl-Liebknecht-Stadion ab 2010 nach fast 35 Jahren erstmals umfassend modernisiert. Den Zuschlag für die Planung erhielt eine Arbeitsgemeinschaft aus Kock und Lünz Architekten, Potsdam, und ASS Architekten, Stuttgart. Die Arbeiten wurden in den Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 bei laufendem Spielbetrieb ausgeführt. Zunächst wurde der damalige Block K abgetragen und eine überdachte Stehplatztribüne mit Funktionsunterlagerung (Gastronomie, Fanshop, Geschäftsstelle) errichtet.
Es entstand eine neue Osttribüne, die erstmals überdachte Stehplätze bietet und eine repräsentative Eingangssituation von der Karl-Liebknecht-Straße. Die Zuschauerkapazität wurde auf 10.786 Plätze (2.006 Sitz- und 8.780 Stehplätze) erweitert. Im zweiten Schritt wurde das Hauptgebäude umfassend saniert. Die Trainingsbedingungen wurden durch die Anlage eines neuen Kunstrasenplatzes verbessert. Im letzten Teil der Maßnahmen wurden der Naturrasentrainingsplatz instandgesetzt.
Nach anfänglichen Unstimmigkeiten ist es insgesamt gelungen, den einzigartigen Charakter des Karl-Liebknecht-Stadions zu erhalten. Es gelang darüber hinaus, den geplanten Zeit- und Kostenrahmen im Wesentlichen einzuhalten.
18. Grünes Stadion ab 2013
Die Landeshauptstadt Potsdam und der SV Babelsberg 03 haben ein gemeinsames Interesse an einer möglichst kostensparenden Nutzung der traditionsreichen Sportstätte. Beide Partner fühlen sich darüber hinaus verpflichtet, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und zu schützen. Vor diesen Hintergründen hat der SV Babelsberg 03 die Vision des "Grünen Stadions" ins Leben gerufen, die die schrittweise energetische Optimierung des Karl-Liebknecht-Stadions umfasst. Wesentliche Komponenten des Projektes „Grünes Stadion Babelsberg“ sind Photovoltaik, Energie-Speicher, LED, Ladeinfrastruktur, BHKW, Automatisierung und Optimierung.
Auf der Basis einer detaillierten Erfassung des Verbrauchs über mehrere Jahreszyklen und der Auswertung der gewonnenen Daten werden die energetischen Komponenten und die Mess- und Steuerungstechnik im gesamten Stadion neu justiert, ersetzt oder angepasst sowie auf den tatsächlichen Verbrauch abgestimmt. Überschüssig erzeugte Energie soll zukünftig nicht ins Netz eingespeist, sondern für den Eigenverbrauch gespeichert werden. Im ersten Abschnitt wurde die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Ostblocks installiert, die Strom für den Eigenverbrauch und die Einspeisung ins öffentliche Netz erzeugt.
19. Das Stadion bleibt unser Karli
DIe einhundertjährige Geschichte des Babelsberger Fußballstandorts mit dem Sportplatz an der Priesterstraße und dme Karl-Liebknecht-Stadion ist ein beeindruckendes Zeugnis der Stadtteilgeschichte. Fußballfreunde und Nachbarn hoffen, dass sich alle Potsdamer und Babelsberger auch weiterhin für ihr Stadion engagieren, die Nachbarschaft respektieren und die Sportstätte als Ort der Stadtteilkultur und des gesellschaftlichen Austauschs bewahren. Generationen von Sportlern und sportbegeisterten Fußballfreunden nutzten das Karli und genießen die besondere Atmosphäre in der Nachbarschaft des Kiezes und des UNESCO Welterbes. Dank gilt all jenen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Vereinsmitgliedern, die sich für den Erhalt dieses wichtigen Ortes eingesetzt haben und noch einsetzen werden!

20. Anreise und Versorgung
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Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Das Karl-Liebknecht-Stadion liegt zehn Gehminuten vom S-Bahnhof Babelsberg entfernt. Für Fans der Gastmannschaften empfiehlt sich ein 25 minütiger Spaziergang vom Potsdamer Hauptbahnhof zum Gästeeingang an der Allee nach Gleinicke. Am Stadion gibt es kaum Parkplätze. Es empfiehlt sich, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Aus Berlin fährt die S-Bahn-Linie 7 im Zehn-Minuten-Takt über die Stammbahn (Ostbahnhof, Alex, Friedrichstraße, Hauptbahnhof, Zoo, Charlottenburg, Wannsee) nach BAbelsberg bzw. Potsdam-Hauptbahnhof. Nutzer des Regionalexpress 1 (Franfurt./O. - Magdeburg) fahren bis S Wannsee bzw. Potsdam Hauptbahnhof und nehmen von dort die S-Bahn nach Babelsberg.
In unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Babelsberg befindet sich die Bushaltestelle Rathaus Babelsberg. Ab der Haltestelle Rathaus Babelsberg fahren Busse bis zur Haltestelle Spindelstraße (ca. 100 Meter Entfernung zum Stadion) oder direkt bis zur Haltstelle "Karl-Liebknecht-Stadion", die sich unmittelbar vor dem Haupteingang befindet.
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Anreise mit dem Auto
Die Anreise erfolgt aus allen Richtungen am besten über den Berliner Ring (BAB10).
Aus Süden und Osten kommend fährt man am Dreieck Nuthetal auf die BAB 115 (AVUS-Verlängerung) Richtung Berlin-Zentrum/Potsdam. An der Abfahrt Potsdam-Babelsberg biegt man auf die Nutheschnellstraße (L40) in Richtung Potsdam-Babelsberg. Die Nuthestraße verlässt man an den Ausfahrten Horstweg oder Potsdam-Hauptbahnhof/Friedrich-List-Straße und hält sich Richtung Babelsberg.
Aus Richtung Norden kommend verlässt man den Berliner Ring (BAB 10) an der Abfahrt Potsdam Nord und folgt der B 273 Richtung Potsdam. Nachdem man die Ortslage Bornim passiert hat, biegt man links auf den Schulplatz / die Pappelallee ab. Am Dorint-Hotel folgt man der Hauptstraße mit einer Rechts-Links-Kombination in die Jägerallee bzw. den Reiterweg. Über die Behlertstraße erreicht man schließlich die Humboldtbrücke und die Nutheschnellstraße. Über die Ausfahrt Babelsberg erreicht man schließlich die Straßen Alt Nowawes oder Karl-Liebknecht-Straße.
Da Stellplätze im Stadionumfeld (Alt Nowawes/ Karl-Liebkencht-Straße) kaum zur Verfügung stehen, empfiehlt sich die Nutzung der Parkplätze entlang der Friedrich-List-Straße oder am Potsdamer Hauptbahnhof.
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Gastronomie in der Nachbarschaft
Zahlreiche Kneipen und Restaurants befinden sich auf der Karl-Liebknecht-Straße zwischen Rathaus Babelsberg und dem Stadion. Beliebte Bars findet man auch an der Rudolf-Breitscheid-Straße. Außerdem hat Babelsberg alle Arten von Schnell-Imbissen anzubieten. Besonders beliebt sind die Dönerias wie Femo, Döner 03, Karli-Döner etc. pp.
Vor und nach dem Spiel treffen sich viele Nulldrei-Fans wegen der günstigen Getränkepreise im Fanladen in der Karl-Gruhl-Straße. Beliebte Kneipen sind weiterhin das Sportrestaurant Hiemke (Karl-Gruhl-Straße), Unicat (Karl-Liebknecht-Straße), Konsum und Zum Löwen II (Rudolf-Breitscheid-Straße) sowie die Wohngebietsgaststätte Nowawes (Großbeerenstraße).